Das Schöllkraut

Neben dem Schlafmohn ist das Schöllkraut (Chelidonium majus) die wichtigste Heil-pflanze aus der Familie der Mohngewächse.

Es wächst gerne in der Nähe von besiedelten Gebieten, auch in Mauerspalten und -ritzen, und wird oft für ein Unkraut gehalten. In der Homöopathie wird Chelidonium meist zur Unterstützung von Leber und Galle eingesetzt.

Das Schöllkraut ist auch unter dem Namen Goldwurz, Großes oder Gemeines Schöllkraut oder Warzenkraut bekannt.

 

 

Daraus leiten sich auch die Anwendungsgebiete vergangener Zeiten ab: von den Alchimisten wurde es bei Experimenten zur Herstellung von Gold eingesetzt, aber ebenso als Hausmittel zur Bekämpfung von Warzen.


Botanik:

Die Pflanze wird etwa 30 bis 120 cm hoch. Der Stängel ist aufrecht und unregelmäßig gabelästig, mit wechselständigen Blättern. Die Blüten sind gelb und stehen in wenigblütigen Dolden.
Verwendete Pflanzenteile:  Oft Schöllkrautwurzel, die Wurzel von Chelidonium majus wird von August bis Oktober gesammelt und getrocknet; Frischpflanzen, Extrakte aus frischen Wurzeln, und auch die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten, oberirdischen Teile von Chelidonium majus.

 

Inhaltsstoffe:

Das Schöllkraut enthält u.a. Isochinolinalkaloide (0,8 bis 2%) vom Protoberberintyp und Kaffeesäurederivate.
Anwendungsgebiete: „Innere Anwendung bei krampfartigen Beschwerden der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes.

 

Volksmedizin:

Seit der Antike bei Leber- und Gallenleiden verwendet. Im Europa des Mittelalters wurde der Milchsaft gegen Hauterkrankungen, speziell Krätze und Warzen, eingesetzt, auch bei intestinalen Polypen und Brusttumoren. Heute wird das Kraut volkstümlich bei Asthma, Angina pectoris, Arteriosklerose, Hypertonie, Wurmerkrankungen, Krämpfen, Gicht, Ödemen und Magenkrebs verwendet.
Chinesische Medizin: bei Lidrandentzündungen, fiebriger und ulzerierender Dermatitis, Warzen, Ödemen, Aszites, Gelbsucht und Magenkarzinom.“

 

Pharmakologie: 

„Klinische Untersuchungen und Experimente liegen praktisch nur für die Frischpflanze vor. Dennoch soll der Extrakt aus frischen Wurzeln ähnliche Wirkungen erzielen, wie der aus der Frischpflanze.
In neueren Versuchen erwiesen sich Alkaloide aus dem methanolischen Extrakt als fungitoxisch gegen Cladosporium herbarum (Ma et al. 2000).“
Klinik: „In zwei kontrollierten Studien an jeweils 60 Patienten mit funktionellen Oberbauchbeschwerden und krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes wurde ein positiver Effekt bereits nach 14tägiger Behandlung registriert (Ritter et al. 1992, Reuter 1995). In einer an über 600 Patienten mit Abdominalschmerzen durchgeführten, 3 Monate andauernden Anwendungsbeobachtung zeigte sich, dass eine Linderung krampfartiger Beschwerden im Gastrointestinaltrakt und/oder Gallenwegsbereich bei der Mehrzahl der Patienten innerhalb der ersten 30 Minuten nach Einnahme eintrat und mindestens 3 Stunden anhielt (Kniebel, Urlacher 1993).“

 

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder –behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

Log-In

 

Logo Combustin Presselin 1000

Combustin pharmazeutische Präparate GmbH
Offinger Straße 3-7
D-88525 Hailtingen
GERMANY