Die „Goldene Wurzel“

Der Rosenwurz, mit lateinischem Namen Rhodiola rosea, gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Es handelt sich um eine sukkulente Pflanze, die meist nur eine Wuchshöhe von 5 bis 20 cm erreicht, dafür aber tiefe Pfahlwurzeln bildet.

Als Übergangsorgan zwischen dem oberirdischen Stamm und den Wurzeln befindet sich das sogenannte Rhizom- ein knolliger, unterirdischer Stamm: Wenn dieser aufgeschnitten oder verletzt wird,  verströmt er einen Geruch wie frische Rosen.

Daher leitet sich der Name „Rosenwurz“ ab. Die meisten Heilzubereitungen aus Rosenwurz stammen aus dem Rhizom der Pflanze und lassen sich in Volksheilkunde und Tradition weit zurück verfolgen.

 

Der Rosenwurz wird in Sibirien auch als „Goldene Wurzel“ bezeichnet. Sein Einsatz als Heilpflanze in Form von Tee oder Extrakten hat vor allem in russischen, baltischen und skandinavischen Ländern Tradition.

Der Rosenwurz, besonders dessen Wurzel, zählt zu den sogenannten „Adaptogenen“. Adaptogene sind Pflanzenzubereitungen, die dem Körper helfen sollen, sich Stresssituationen anzupassen, und den Organismus widerstandsfähiger zu machen.

 

Deshalb wird Rosenwurz schon seit den Zeiten der Wikinger bei körperlicher und geistiger Erschöpfung,Schlafstörungen, Angstzuständen, gegen die Höhenkrankheit  und bei erhöhter Infektanfälligkeit verwendet.


Als arzneilich wirksame Bestandteile des Rosenwurzes gelten Phenylpropanoide (darunter Rosavin, Rosin, Rosarin), Phenylethanoide, Flavonoide, Phenylcarbonsäuren sowie Mono- und Triterpene.
Die Phenylpropanoide gehören zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe haben eine doppelte Funktion: einerseits dienen sie zur Abwehr von Schädlingen und Fressfeinden, andererseits sollen sie als Aromastoffe  Tiere anlocken, die die Pollen der Pflanze verbreiten oder die Früchte fressen und damit die Samen  ausscheiden und weiterverbreiten.
Es liegen noch wenig belastbare Studien zur Wirkung des Rosenwurzes vor. Deshalb sind Präparate aus Rosenwurz in Deutschland bisher nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.

Diskutiert wird eine kurzfristige und eine langfristige Wirkung des Rosenwurzes auf das menschliche Gehirn:

Kurzfristig werden mehr Botenstoffe (sog. Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Norepinephrin) ausgeschüttet: dadurch verbessert sich die Stimmung, aber auch die Konzentrations-und Merkfähigkeit:
Langfristig wirken höchstwahrscheinlich antioxidative Inhaltsstoffe schützend auf die Gehirnzellen.

Beim Rosenwurz wird eine längerfristige Einnahme von ca. 4 Monaten empfohlen. Die Höchstdosis pro Tag liegt bei 200 mg.

 

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder –behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.